Interview mit Sabine

Liebe Sabine, du singst schon seit 1981 in diesem Chor. Wie fing denn damals 1975 alles an? Gegründet wurde der Chor vom Kirchenmusiker Herrn Prof. Martin Wolf als Jugendchor der katholischen Pfarrei Sankt Matthias im Münchner Süden. Dann übernahm sein Sohn Markus Wolf, damals selbst noch richtig jugendlich!

Die Leitung war bestimmt ziemlich wichtig, aber reicht das, um so eine Gruppe junger Leute in einem Chor zu halten? Was hat Euch denn motiviert? Viel Enthusiasmus, viel Experimentierlust, sich Besonderes heraus zu suchen, damals auch die Abgrenzung von der „neuen Kirchenmusik“. Ganz alte Musik mit historischen Instrumenten war z.B. so ein Projekt, damals. Diese Grundeinstellung gilt auch heute noch. Klein aber fein, wir wollen uns hören, möglichst a-cappella singen, sind neugierig und aufgeschlossen für Besonderes, wollen lebendig und emotional Chormusik machen.

Und die Struktur im Chor? Wir sind ein eher kleinerer Kammerchor, wir entwickeln viele Ideen gemeinsam, entscheiden gemeinsam. Die musikalische Leitung hat natürlich der Dirigent, das ist klar. Wir funktionieren nur mit viel Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit. Da kommt es sängerisch und organisatorisch auf jeden einzelnen an.

Also ist wohl jede und jeder gefragt? Kein Mitschwimmen, sondern selber gestalten und aktiv und präsent singen.

Wie kam es dazu, dass der Chor heute nicht mehr mit einer kirchlichen Gemeinde verbunden ist? Aus dem Jugendchor von St. Matthias wurde der junge Chor von St. Matthias und dann der Belcanto Kammerchor München. Aus Schülern wurden Studenten, Erwachsene, die Kreise wurden weiter gezogen. Bezüge und Kontakte veränderten sich.

Man spürt eine starke Verbundenheit unter den Mitgliedern. Wie kommt es dazu?     Menschen kommen, Menschen gehen.  Viele bleiben jahrelang, der Chor wird Heimat, Teil des Lebenskonzeptes, Familien gründen sich, Chorkinder sind mit dabei.  Jeder hat seinen Alltag, gemeinsamer Fixpunkt ist der Donnerstag, der den Alltag mit Musik bereichert. Und wir  sind in jeder Phase der Chorgeschichte offen geblieben für neue Leute, die die Chorgemeinschaft bereichern.

Und wo habt ihr geprobt? Langjährige Stationen für Proben waren St. Matthias in Fürstenried, die  Lutherkirche in Giesing, St. Gabriel in Haidhausen und seit September 2017 proben wir in der Funkstation, dem Feierwerk in Nordschwabing. Dazwischen gab es auch Interimslösungen z.B. immer wieder Proben im Münchenstift, im Gasteig – also eigentlich haben wir uns schon quer durch München geprobt – was ja auch wieder passt, da inzwischen die Chormitglieder aus allen Himmelsrichtungen kommen.

Seit dem Frühjahr 2018 leitet Felix Meybier den Chor. Wer hat euch denn davor dirigiert? Zuerst Markus Wolf, dann 13 Jahre lang Tanja Wawra,  danach 6 Jahre lang  Andreas Stadler.

Was wünschst du dir für den Chor? Weiterhin viele tolle Projekte mit vielen engagierten Mitsängern!